Anschlussqualifikation QHB II 160+ auf Basis des Qualifizierungshandbuch Kindertagespflege


Erst- und Nachqualifikation auf Basis  des Handbuchs für kompetenzorientierte Qualifizierung für die Kindertagespflege zur besseren Verberuflichung und als Sprungbrett in eine pädagogische Berufsausbildung

Es steht eine Novellierungen der Qualifikationsrichtlinien für Kindertagespflegepersonen an. Das SGB VIII erkennt die Kindertagespflege und institutionelle Betreuung in Kindergärten als gleichrangig an. Kindertagespflege soll keine Berufssackgasse sein, sondern auch als Sprungbrett in pädagogische Berufsausbildungen dienen. Dazu gehören zum Beispiel die Berufsausbildung zum/zur Sozialassistenten/Sozialassistentin oder Kinderpfleger/in bzw. Erzieher/in. Um dies zu ermöglichen, bedient man sich einer anerkannten Matrix, um Berufsausbildungen und Abschlüsse in Deutschland, aber auch europaweit vergleichbar zu machen. Diese Matrix findet sind im DQR, dem deutschen Qualifikationsrahmen wieder.

Entsprechend sind die Tagespflegepersonen gefordert, sich der Ausbildung von Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen anzunähern. Um dies zu erreichen, wird die  bisherige Ausbildung über 160 Stunden um 140 Stunden erweitert. Damit soll den gestiegenen pädagogischen Anforderungen hinsichtlich der Erziehung und Bildung sowie der Betreuung von Kindern in den ersten drei Lebensjahren Rechnung getragen werden.

2019 erscheint das „Kompetenzorientierte Qualifizierungshandbuch Kindertagespflege (QHB)“ . Es ist der Nachfolger des 2002 erschienenen DJI-Curriculums, das  2008 erweitert wurde und sich als Maßstab zur fachlichen Qualifizierung von Tagespflegepersonen als Standardwerk entwickelt hat.

Das neue QHB  setzt auf den gesammelten Erfahrungen und neuem Wissen auf  und setzt neue Maßstäbe in der Qualifikation von Kindertagespflegepersonen.

  • Im Wesentlichen folgt das QHB dem Prinzip der Kompetenzorientierung. Es geht dabei um die Qualifizierung auf Basis selbst gesteuerten Lernens, ko-konstruktiven Lernprozessen, Selbstreflexion und den Lernort Praxis.
  • Die Erweiterung um 140 Stunden auf 300 Stunden mit dem Fokus auf den frühpädagogischen Bereich in der KIndertagespflege sowie der Blick auf die Selbstständigkeit der Kinder tragen den gestiegenen Anforderungen an Kindertagespflegepersonen Rechnung.

Das neue QHB ist eine hochwertige Qualifizierung. Es werden fachliche Inhalte zusammengefasst.  Neue Lernmethoden für angehende Kindertagespflegepersonen und Tagespflegepersonen in der Nachqualifikation sollen hilfreich unterstützen.


Worum geht es bei der tätigkeitsbegleitenden Anschlussqualifizierung QHB II 160+?

Es geht ganz speziell um die Zusatzausbildung von Tagespflegepersonen im Umfang von 140 Stunden, die auf der Basisausbildung nach Curriculum von 160 Stunden aufbaut. Die 300 Stunden umfassende Ausbildung wird mutmaßlich für alle neuen Tagespflegepersonen ab 2022/2023 Standard werden. Aktuell bieten nur sehr wenige Träger diese Qualifikation an und sie dauert eben auch sehr lange aufgrund ihrer Struktur.

Ziel der zu Qualifikation 300 Stunden bzw. der Zusatzausbildung 160+

Es geht um die Verbesserung der Betreuungsqualität von Kindertagespflegepersonen, die keine mehrjährige Ausbildung einer Kinderpflegerin oder Erzieherin vorweisen können und der Vermeidung, das Berufsbild Tagespflegeperson in eine Sackgasse laufen zu lassen, die keine Weiterbildung mehr ermöglich.

QHB II als Sprungbrett für weitere Ausbildungen in anerkannte Berufe auf Basis des DQR

Mit der neuen 300 Stunden Ausbildung bzw. der Zusatzausbildung 160+ um 140 Stunden, soll die Möglichkeit geschaffen werden, weitere Zusatzqualifikationen / Ausbildungen im Nachgang anzustreben. Basis ist der DQR – der deutsche Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen, der die Möglichkeit der Anerkennung und Anrechnung von nicht formal und informell erworbenen Kompetenzen verbessert. Dabei ist der DQR verlinkt mit den europäischen Normsystem EQR, um eine Durchlässigkeit und somit Anerkennung der erworbenen Qualifikationen auf internationaler Basis zu ermöglichen und zu erreichen. Es gibt acht DQR Niveaus zur Beschreibung der Kompetenzen und zur damit zur Vergleichbarkeit.

QHB II – Mehr Qualität in der Kinderbetreuung

Die Qualität in der Betreuung der Kleinsten soll verbessert werden und vor allem bestehende TPP sollen gestärkt werden.

QHB II Ausbildung als Differenzierungsfaktor für Kommunen?

Es ist nur eine naheliegende Vermutung. Schon arbeitende Tagespflegepersonen werden die Ausbildung machen müssen, wenn sie mehr Förderleistung bekommen wollen, denn viele Kommunen werden die Ausbildung als klaren Differenzierungsansatz sehen.

TPP mit nur 160 Stunden Basisqualifikation werden sicherlich weniger Geldförderleistung erhalten als TPP mit 160 Stunden und der 140 Stunden Zusatzausbildung oder neuen TPP mit sofort 300 Stunden Ausbildung. Das wird interessant sein zu beobachten, inwieweit die Überarbeitung der Richtlinien durch die Kommunen in NRW – auch aufgrund des neuen KiBIZ – dies widerspiegeln.

QHB II Ausbildung als Differenzierungsfaktur für Eltern?

Eine andere Komponente sind die Eltern. Werden sie sich an einer höheren Qualifikation orientieren und Tagespflegepersonen mit QHBII Zertifikat bevorzugen oder aber in Städten mit Unterversorgung einfach nur froh sein, einen Platz zu bekommen? Zeigt sich der Unterschied eher in Städten mit besserer Platzversorgung? Fragen, die interessant sind zu beobachten.

QHB II – Ausbildungsträger  – Wer bietet die QHB II 160+ Ausbildung an?

Natürlich macht jeder Träger seine eigene Umsetzung, aber die Konzeptionen werden aufgrund der Vorgaben ähnlich sein. Ein „Train the Trainer“ Konzept wurde initiiert und die Ausbildungsträger haben ihre Trainer und Coaches daran teilhaben lassen. Auf dieser Wissensbasis entwickelt nun jeder Träger sein Ausbildungsangebot.

QHB II 160 + Kurskosten

Die Kosten belaufen sich auf 1.500,- Euro. Dieser Kostenrahmen sieht bei allen Anbietern ähnlich aus. Ein Grund für die relativ hohen Fortbildungskosten ist sicherlich die Struktur, denn ein zweier Team begleitet den Kurs die gesamte Zeit. Dieses Team wechselt sich thematisch ab, ergänzt und hilft sich gegenseitig und bietet den Teilnehmer mehr Interaktionsoptionen als nur ein einzelner Trainer